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Buchbesprechungen

"Menschwerden im Maschinenpark"

Die Drei 8-9 2002

Menschmaschinen

Roodney Brooks: Menschmaschinen. Wie uns die Zukunftstechnologien neu erschaffen. Campus Verlag, Frankfurt/ New York 2002. 24,90 EUR, 280 Seiten.

 

Dieses Buch ist sicherlich für viele Zeitgenossen kaum zu ertragen, denn es war schon immer schwer, dem negativen Zeitgeist direkt ins Angesicht zu schauen. Genau das ist es, was dieses Buch ermöglicht, und so ist es eigentlich ein »Muss« für jeden, dem die Belange der Menschheit ein Anliegen sind. Rodney Brooks zeigt die Entwicklungsschritte auf, die bereits getan wurden und  noch folgen müssen, die den Menschen und die Maschinen zusammen bringen werden. Der Titel des Buches ist durchaus Programm: Es geht um die Verschmelzung der Menschen, die ja eh nichts anderes als Biomaschinen sind, mit den von den Menschen geschaffenen Maschinen. Wer solche Vorstellungen einfach ignoriert oder als Spinnereien abtut, wird an der logischen Brillanz dieses Buches scheitern. Rodney Brooks verfolgt seine Ideen konsequent und bleibt dabei auch selbstkritisch. Er ist sich der Einwände der »Gegner« durchaus bewusst. Vor allem aber ist er Praktiker, er entwickelt nicht nur neue Thesen, wie andere Wissenschaftler auch, sondern er arbeitet ganz konkret an deren Umsetzung. Hierbei hat er durchaus die menschlichen Schwächen, wie zum Beispiel die »bedingungslose Liebe«, im Bewusstsein.

Und so verwundert es nicht, dass er eine Firma gegründet hat zur Herstellung von autonomem Roboterspielzeug – mit dem erklärten Ziel, die emotionalen Schranken und moralischen Bedenken bei den nachfolgenden Generationen abzubauen. Alleine daran sieht man, dass er weiß, was er tut. Man muss schon besonders wachsam sein und vor allem Sicherheit in der Unterscheidung von Materie und Geist besitzen, um dem Gedankengebäude ernsthaft etwas entgegenzusetzen; denn wie bei solchen Werken üblich steckt viel Wahrheit in diesem Buch, wenn auch in verdrehter Form. Und in diesem Detail kann man den wirklichen Autoren erkennen – aber Vorsicht, auch eine solche Aussage kann die eigene Auseinandersetzung mit diesem Buch nicht ersetzen. Denn wie sagt der Autor so schön: »In Wirklichkeit sind also die meisten Argumente gegen die Möglichkeit, dass Roboter jemals Bewusstsein oder Gefühle haben können, emotional gefärbt und irrational.« Und damit hat er leider Recht. So gesehen ist es auch nur konsequent, dass aus unseren Kreisen so wenig zu diesen Entwicklungen zu hören ist. Es kommt etwas auf uns zu, vor dem wir uns nicht verstecken können, sondern dem wir bewusst und wach begegnen müssen. Wer also wissen will, was uns da droht und wie weit die Entwicklung schon ist, muss dieses Buch lesen, vielleicht muss es ja nicht jeder gleich kaufen, denn noch gibt es  Bibliotheken.                             Uwe Buermann

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