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Die Drei 7 / 2002
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Bibliografie Goetheanistische Naturwissenschaft
Erwin Haas (Hg.): Goetheanistische Naturwissenschaft. Eine Bibliografie 1921-2000. Selbstverlag, Stuttgart 2002. 330 Seiten, 25 EUR.1
Wie aus den Darstellungen von Wolfgang Schad zum Thema »Was ist Goetheanismus?«, deren dritte und letzte Folge in der vorliegenden Ausgabe der Drei abgedruckt ist, hervorgeht, waren in den vergangenen 80 Jahren eine ganze Reihe Naturwissenschaftler bestrebt, im Sinne Rudolf Steiners an Goethe anzuschließen. Es ist das Verdienst von Erwin Haas, über 3000 entsprechenden Veröffentlichungen in einer Bibliografie zusammenzutragen, die den erstaunlichen Umfang von 246 Seiten erreicht und auf weiteren knapp 90 Seiten neben dem Autorenregister ein sehr detailliertes Stichwortregister (u.a. mit Hinweisen, in welchen auf Steiners Ausführungen zu relevanten Themen Bezug genommen wird) enthält. Ausgewertet wurden neben Veröffentlichungen in Buchform vor allem Zeitschriften wie »Das Goetheanum«, »Elemente der Naturwissenschaft«, »Erziehungskunst«, »Die Kommenden«, »Lebendige Erde«, »Mathematisch-Astronomische Korrespondenz« und »die Drei« sowie Jahrbücher u.ä. Geordnet nach Sachgebieten (Menschenkunde, Botanik, Strömungslehre, Mineralien usw.) sind alle Titel mit kurzen Inhaltsangaben versehen, so dass nun ein sehr brauchbares Nachschlagewerk vorliegt.
Natürlich stellt sich bei einer solchen Sammlung die Frage, was alles unter »Goetheanistische(r) Naturwissenschaft« (so der Titel der Bibliografie) zu verstehen ist. Haas trägt letztlich alles aus dem anthroposophischen Umfeld zusammen, was einen Bezug zur Natur- und Menschenkunde im weitesten Sinne hat, unabhängig von der Profession der Autorin bzw. des Autors. Das ist aus fachwissenschaftlicher Sicht fragwürdig. Da es sich jedoch oft um Pionierleistungen handelt und vieles sicherlich auf einem tatsächlichen Erfahrungshintergrund (nicht zuletzt aus Gebieten wie der Landwirtschaft, Pädagogik und Medizin) beruht, ist es vielleicht auch gerechtfertigt.
»Goetheanismus« lässt sich kaum unter einengenden Gesichtspunkten betreiben; er fordert immer auch die Sicht aufs Ganze, und diese ist für einen »Dilettanten« manchmal leichter zu pflegen. Nichtsdestotrotz ist hier das Urteilsvermögen des Einzelnen gefragt.
Stephan Stockmar
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